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2. Tag

Am nächsten Tag, haben wir dann erst mal ausgiebig gefrühstückt, denn am Abend zuvor waren wir zu müde, um anständig zu essen. In aller Ruhe, die wir ab jetzt auf dem Boot auch hatten, schliesslich hatten wir die vielen Schleusen am ersten Tag auch heil überstanden, fuhren wir dann kurz nach Mittag auch los.


Was ich übrigens vergessen habe zu erwähnen, als wir aus der grossen Schleuse in die Saone kamen, hätten wir beide am liebsten umgedreht. Wieso? Wir hatten Hochwasser, und dann sieht so ein Fluss für Grünschnäbel wie wir es waren, noch gefürchiger aus.
Am zweiten Tag war es schon ein kleines bisschen besser, naja, sie war jedenfalls nicht mehr so braun.

 

Als dann die meisten anderen Touristen, diejenigen die Kilometer machen, weg waren, sind wir wie gesagt in aller Ruhe von Auxonne aus in den 2. Tag gestartet, weiter Saone aufwärts.
Die Flusskarte wurde ständig mit studiert, so dass wir wussten, wo wir sicher einen Halt einlegen wollen. So kam es dann auch, dass wir in Pontailler-sur-Saone einen Halt eingelegt haben, um uns im Dorf etwas die Füsse zu vertreten, und den wöchentlichen Markt der am Sonntag direkt am Wasser statt findet, durch zu schlendern. Wie wir herausfinden durften, war das weniger ein Markt wie wir es erwartet haben, als viel mehr ein Flohmarkt.
Mittlerweile wieder etwas hungrig, die frische Seeluft macht hungrig, hatten wir uns dann auch kurzentschlossen in ein kleines, für uns nicht unbedingt vertrauenerweckendes Cafe gesetzt.

Das Cafe du Centre befindet sich direkt gegenüber von diesem Türmchen, das übrigens zur Kirche Saint Maurice gehört.
Ich vermutete erst, es sei ein Rathaus oder Museum, bis ich dann nach oben geschaut habe, und den Turm sah. Solche Säulen habe ich noch nie an einer Kirche gesehen.

Aber eigentlich waren wir ja gerade beim Essen. Herr P. hatte noch nie französisch, und mein Französisch wurde seit der Schule nie mehr genutzt, was ich spätestens in diesem Cafe bereut hatte. Denn ich verstand vielleicht jedes zehnte Wort. Egal, wir haben einfach mal bestellt, Herr P. etwas mit Huhn, ich etwas mit Fleisch und wir bekamen beide noch einen Salat (Reis mit Thunfisch) als Vorspeise. Was wir genau gegessen haben, wissen wir bis heute nicht, aber dass es einfach lecker war, das werden wir nie vergessen.
Fertig gegessen, hat Herr P. natürlich bezahlt, und da verstand ich kurz die Welt nicht mehr. Der Besitzer hat gerade mal 27 Euro verlangt, ich war verdutzt, dass die Franzosen davon aus gingen, dass wir getrennt bezahlen, das hätte ich nie erwartet... bis ich begriff, dass 27 Euro der Gesamtbetrag war. Ich weiss, in der Schweiz ist alles teurer, aber das ist mir bis Heute ein Rätsel.

Wieder zurück im Boot, sind wir noch ein wenig weiter die Saone hoch gefahren, und haben dann irgendwo am Ufer, neben dem Treidelweg fest gemacht und den Tag zufrieden ausklingen lassen.